Wie läuft eine Feuerlöscherprüfung ab?

Wie läuft eine Feuerlöscherprüfung ab?

Die regelmäßige Prüfung deines Feuerlöschers ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass er im Notfall zuverlässig funktioniert und dir und anderen im Ernstfall die notwendige Sicherheit bietet. Eine professionell durchgeführte Feuerlöscherprüfung schützt dich vor rechtlichen Konsequenzen und gewährleistet die Einsatzbereitschaft deines Löschmittels.

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Warum ist die Feuerlöscherprüfung so wichtig?

Ein Feuerlöscher ist ein wichtiges Instrument zur Brandbekämpfung und muss daher stets einsatzbereit sein. Die regelmäßige Prüfung, auch als „Sachkundigenprüfung“ oder „Wartung“ bekannt, dient dazu, die Funktionsfähigkeit und Sicherheit deines Feuerlöschers zu gewährleisten. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und wird in der Regel einmal jährlich durchgeführt. Nur ein geprüfter und gewarteter Feuerlöscher kann im Brandfall Leben retten und Sachschäden minimieren. Die Prüfintervalle können je nach Art des Feuerlöschers und den örtlichen Vorschriften variieren, aber die jährliche Prüfung ist ein weit verbreiteter Standard.

Wer führt die Feuerlöscherprüfung durch?

Die Feuerlöscherprüfung darf ausschließlich von geschulten und sachkundigen Personen durchgeführt werden. Dies sind in der Regel Mitarbeiter von spezialisierten Fachbetrieben, die über das notwendige Wissen und die Ausrüstung verfügen, um die Prüfung fachgerecht vorzunehmen. Diese Sachkundigen sind mit den relevanten Normen und Richtlinien vertraut und können beurteilen, ob dein Feuerlöscher den Anforderungen entspricht. Sie sind in der Lage, technische Mängel zu erkennen und zu beheben oder dir mitzuteilen, wann eine Reparatur oder ein Austausch notwendig ist.

Der Ablauf der Feuerlöscherprüfung im Detail

Eine umfassende Feuerlöscherprüfung durchläuft mehrere standardisierte Schritte, um die einwandfreie Funktion und Sicherheit des Geräts zu überprüfen:

1. Sichtprüfung des Feuerlöschers

Zu Beginn der Prüfung erfolgt eine sorgfältige äußere Inspektion. Dabei werden folgende Punkte genauestens begutachtet:

  • Gehäuse: Überprüfung auf Korrosion, Dellen, Risse oder andere Beschädigungen. Das Gehäuse muss intakt und stabil sein.
  • Bedienhebel und -knöpfe: Sicherstellen, dass diese leichtgängig und nicht verbogen oder beschädigt sind.
  • Sicherungsstift: Kontrolle, ob der Stift vorhanden, unbeschädigt und richtig eingesetzt ist. Er verhindert eine unbeabsichtigte Auslösung.
  • Manometer (bei Druckgas-Feuerlöschern): Ablesen des Drucks. Der Zeiger muss sich im grünen Bereich befinden, was auf ausreichenden Innendruck hindeutet.
  • Schlauch und Düse: Überprüfung auf Risse, Porosität, Verstopfungen oder Beschädigungen. Der Schlauch muss flexibel und die Düse frei sein.
  • Tauchrohr: Sicherstellen, dass das Tauchrohr nicht beschädigt oder verstopft ist.
  • Beschriftung und Prüfplakette: Überprüfung der Lesbarkeit aller Kennzeichnungen, einschließlich des Herstellungsdatums und der nächsten Prüffrist.

2. Funktionsprüfung

Nach der Sichtprüfung wird die Funktion des Feuerlöschers getestet. Dies geschieht in der Regel durch eine kurze Auslösung in einer kontrollierten Umgebung. Dabei wird geprüft, ob das Löschmittel bestimmungsgemäß aus dem Gerät austritt. Bei Schaum- und Pulverlöschern kann dies auch durch einen Probelöschvorgang mit einem kleinen Testfeuer erfolgen. Bei CO2-Löschern wird die kalte Ausströmung des Gases zur Funktionsprüfung herangezogen.

3. Überprüfung des Löschmittels

Der Zustand des Löschmittels ist entscheidend für die Wirksamkeit des Feuerlöschers. Je nach Art des Löschers wird hierbei Folgendes kontrolliert:

  • Pulverlöscher: Das Pulver muss rieselfähig sein und darf nicht verklumpen. Gegebenenfalls wird das Pulver aufgelockert.
  • Schaumlöscher: Der Schaum konzentrat wird auf seine Qualität und Mischung mit Wasser geprüft.
  • Wasserlöscher: Das Wasser muss sauber und frei von Verunreinigungen sein.
  • CO2-Löscher: Das CO2-Gas wird auf seinen Fülldruck überprüft.

4. Innere Prüfung und Wartung

Ein wichtiger Teil der Prüfung ist die innere Inspektion, insbesondere bei Aufladelöschern. Hierbei wird der Feuerlöscher geöffnet, um das Innere zu überprüfen:

  • Dichtungsringe: Überprüfung auf Verschleiß, Risse oder Verhärtung und gegebenenfalls Austausch.
  • Ventil: Kontrolle auf einwandfreie Funktion und Dichtheit.
  • Tauchrohr: Gründliche Reinigung und Überprüfung auf Beschädigungen.
  • Treibergas (bei Aufladelöschern): Bei CO2-Treibgas-Kartuschen wird der Fülldruck geprüft und die Kartusche gegebenenfalls neu befüllt oder ausgetauscht.

5. Prüfdruckprüfung (bei Bedarf)

In bestimmten Intervallen, üblicherweise alle 10 Jahre, ist eine aufwändigere Prüfung erforderlich: die Hydropressprüfung. Hierbei wird der Feuerlöscher einem deutlich erhöhten Druck ausgesetzt, um seine mechanische Belastbarkeit zu testen. Dies ist ein sicherheitsrelevanter Schritt, der sicherstellt, dass der Behälter auch unter extremen Bedingungen standhält.

6. Kennzeichnung und Dokumentation

Nach erfolgreicher Prüfung wird der Feuerlöscher mit einer neuen Prüfplakette versehen, die das Datum der Prüfung und das Datum der nächsten fälligen Prüfung angibt. Die Prüfung wird zudem in einem Prüfbuch oder einer Prüfkarte dokumentiert. Diese Dokumentation ist wichtig für Nachweise und Audits.

Prüfintervalle und gesetzliche Grundlagen

Die Frequenz der Feuerlöscherprüfung ist in Deutschland durch verschiedene Normen und Verordnungen geregelt. Die wichtigste Norm ist die DIN 14406 Teil 4, die die Instandhaltung von Feuerlöschern beschreibt. Grundsätzlich gilt:

  • Jährliche Prüfung: Die meisten Feuerlöscher müssen mindestens einmal jährlich durch eine Sachkundige Person geprüft werden. Dies umfasst die Sichtprüfung, die Funktionsprüfung und die Überprüfung des Löschmittels.
  • Aufladeprüfung: Bei Aufladelöschern ist alle zwei Jahre eine innenliegende Prüfung mit Überprüfung des Treibmittels erforderlich.
  • Hydropressprüfung: Alle 10 Jahre muss bei vielen Feuerlöschern eine Druckprüfung durchgeführt werden.

Diese Intervalle können je nach Einsatzort und Art des Feuerlöschers variieren. In Betrieben mit besonderen Gefahrenpotenzialen können kürzere Prüfintervalle vorgeschrieben sein.

Arten von Feuerlöschern und ihre Prüfungsbesonderheiten

Obwohl der grundsätzliche Ablauf einer Feuerlöscherprüfung ähnlich ist, gibt es je nach Löschertyp spezifische Prüfpunkte:

Pulverlöscher:

Hierbei steht die Rieselfähigkeit des Pulvers im Vordergrund. Verklumptes Pulver kann nicht gleichmäßig ausgestoßen werden. Die Überprüfung des Treibmittels (Stickstoff) ist ebenfalls wichtig.

Schaumlöscher:

Die richtige Mischung von Wasser und Schaummittel ist entscheidend. Der Sachkundige prüft die Qualität des Schaummittels und die Funktion der Schaumzumischanlage.

Wasserlöscher:

Die Überprüfung der Pumpe und der Dichtigkeit des Behälters stehen hier im Fokus. Bei Wassersprühstrahl-Löschern wird die feine Zerstäubung des Wassers geprüft.

CO2-Löscher:

Da CO2 ein gasförmiges Löschmittel ist, wird hier primär der Fülldruck mittels Manometer geprüft. Auch die Funktion des Horns (keine Vereisung) ist wichtig.

Fettbrandlöscher (speziell für Küchen):

Diese Löscher benötigen spezielle Prüfungen bezüglich ihrer chemischen Zusammensetzung und der Fähigkeit, Fettbrände effektiv zu löschen. Die Dichtigkeit des Behälters ist auch hier essenziell.

Häufige Mängel, die bei der Prüfung festgestellt werden

Im Rahmen der Feuerlöscherprüfung können verschiedene Mängel auftreten, die behoben werden müssen:

  • Falscher Fülldruck: Ein zu niedriger oder zu hoher Druck kann die Funktion beeinträchtigen.
  • Verklumptes Löschmittel: Insbesondere bei Pulverlöschern kann dies die Ausstoßung verhindern.
  • Beschädigtes Gehäuse oder Bauteile: Risse, Korrosion oder verbogene Teile stellen ein Sicherheitsrisiko dar.
  • Undichte Ventile oder Schläuche: Dies führt zum Verlust von Druck oder Löschmittel.
  • Abgelaufene Prüffrist: Die Nichteinhaltung der Prüfintervalle ist ein gravierender Mangel.
  • Fehlender Sicherungsstift: Dies erhöht das Risiko einer unbeabsichtigten Auslösung.

Was passiert, wenn ein Mangel festgestellt wird?

Wird bei der Prüfung ein Mangel festgestellt, wird der Sachkundige dich darüber informieren. Je nach Art und Schwere des Mangels gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Sofortige Reparatur: Kleinere Mängel wie der Austausch von Dichtungsringen oder die Behebung einer leichten Verstopfung können oft direkt vor Ort behoben werden.
  • Reparatur in der Werkstatt: Umfassendere Reparaturen erfordern die Mitnahme des Feuerlöschers in die Werkstatt des Fachbetriebs.
  • Austausch des Feuerlöschers: Ist der Feuerlöscher irreparabel beschädigt, zu alt oder nicht mehr zeitgemäß, muss er ausgetauscht werden. Ein neuer, für deinen Bedarf passender Feuerlöscher ist dann die beste Lösung.

Es ist ratsam, Empfehlungen des Sachkundigen bezüglich Reparatur oder Austausch ernst zu nehmen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Feuerlöscherprüfung und Haftung

Die regelmäßige Prüfung deines Feuerlöschers ist nicht nur eine Sicherheitsmaßnahme, sondern auch eine rechtliche Verpflichtung. In vielen Fällen, insbesondere für Betriebe und öffentliche Einrichtungen, ist der Betreiber gesetzlich verpflichtet, für die Einsatzbereitschaft der Feuerlöscher zu sorgen. Kommt es im Brandfall zu einem Schaden, weil ein nicht geprüfter oder defekter Feuerlöscher nicht funktioniert hat, kann dies erhebliche Haftungsrisiken nach sich ziehen. Die regelmäßige Prüfung durch einen Sachkundigen dient auch dem Nachweis deiner Sorgfaltspflicht.

Kosten einer Feuerlöscherprüfung

Die Kosten für eine Feuerlöscherprüfung variieren je nach Anzahl der zu prüfenden Geräte, dem Standort und dem beauftragten Fachbetrieb. In der Regel sind die Kosten für eine jährliche Prüfung überschaubar und stehen in keinem Verhältnis zum potenziellen Schaden, der durch einen Brand entstehen kann. Ein Kostenvoranschlag sollte vorab eingeholt werden, um Transparenz zu schaffen. Beachte, dass die Kosten für Reparaturen oder den Austausch zusätzlich anfallen können.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Wie läuft eine Feuerlöscherprüfung ab?

Wie oft muss mein Feuerlöscher geprüft werden?

Die meisten Feuerlöscher müssen jährlich von einer sachkundigen Person geprüft werden. Bei Aufladelöschern ist zudem alle zwei Jahre eine innere Prüfung erforderlich. Die genauen Intervalle können je nach Typ des Feuerlöschers und den spezifischen Vorschriften variieren.

Was kostet die Prüfung eines Feuerlöschers?

Die Kosten variieren je nach Anbieter und Anzahl der Geräte. Eine einfache jährliche Prüfung ist oft kostengünstig. Zusätzliche Kosten können für Reparaturen oder den Austausch anfallen.

Muss ich die Prüfung selbst bezahlen?

Ja, die Kosten für die Feuerlöscherprüfung sind in der Regel vom Eigentümer oder Betreiber des Feuerlöschers zu tragen. In Unternehmen werden diese Kosten oft als Betriebsausgaben verbucht.

Kann ich meinen Feuerlöscher selbst prüfen?

Nein, die Prüfung muss zwingend von einer zertifizierten und sachkundigen Person durchgeführt werden. Nur diese verfügen über das notwendige Wissen und die Ausrüstung, um die Prüfung fachgerecht durchzuführen.

Was ist, wenn mein Feuerlöscher die Prüfung nicht besteht?

Wenn ein Mangel festgestellt wird, kann der Feuerlöscher entweder vor Ort repariert, zur Reparatur in die Werkstatt gebracht oder ausgetauscht werden müssen. Der Sachkundige wird dich über die notwendigen Schritte informieren.

Wie lange dauert eine Feuerlöscherprüfung?

Eine Routineprüfung dauert in der Regel nicht sehr lange, oft nur wenige Minuten pro Gerät, sofern keine größeren Mängel festgestellt werden.

Wo finde ich einen Sachkundigen für die Feuerlöscherprüfung?

Spezialisierte Fachbetriebe für Brandschutz und Feuerlöscherhandel bieten diesen Service an. Eine Suche im Internet oder eine Anfrage bei der örtlichen Feuerwehr kann dir weiterhelfen.

Aspekt der Prüfung Beschreibung Relevanz für die Sicherheit Häufigkeit
Sichtprüfung Äußere Untersuchung auf Beschädigungen, Korrosion, Zustand von Hebeln und Sicherungsstift. Gewährleistet mechanische Integrität und sofortige Einsatzbereitschaft. Jährlich
Funktionsprüfung Test der Auslösung und des Austritts des Löschmittels (ggf. mit Probelöschung). Bestätigt, dass der Löscher im Ernstfall auch funktioniert. Jährlich
Löschmittelkontrolle Überprüfung auf Rieselfähigkeit (Pulver), Qualität (Schaum) oder Fülldruck (CO2). Sichert die Wirksamkeit des Löschmittels im Brandfall. Jährlich (CO2-Fülldruck jährlich, andere je nach Typ)
Innere Prüfung (Aufladelöscher) Inspektion des Innenlebens, Prüfung von Dichtungen, Ventilen und Treibgas. Verhindert Defekte durch innere Korrosion oder Undichtigkeiten. Alle 2 Jahre
Druckprüfung (Hydropress) Belastung des Behälters mit erhöhtem Druck zur Überprüfung der mechanischen Festigkeit. Langfristige Sicherheit und Vermeidung von Behälterversagen. Alle 10 Jahre

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